Mit Musik gegen AIDS: Valentine Fever

Alleine in Nigeria tragen bereits 3,5 Millionen Menschen das tödliche Virus in sich. Im Jahr 2005 forderte die Krankheit in diesem Land 220.000 Opfer und machte 93.000 Kinder zu Waisen. Das Mittel, das nach wie vor den meisten Erfolg verspricht, ist die Aufklärung.

Nur: in einem riesigen Land mit mehr als 150 Stammesdialekten stellt alleine schon die Sprache eine Barriere dar.
Die Hälfte der neuen HIV-Infektionen tritt bei jungen Leuten unter 25 Jahren auf. Eine zielgruppengerechte, verbreitungsstarke Aufklärungskampagne über klassische Medien – wie wir sie kennen – ist nicht möglich.

Wie erreicht man viele nigerianische Jugendliche – auch über Sprachgrenzen hinweg?

Über Musik!

Der Meinung ist Pater Tobe, ein katholischer Geistlicher und Vorsitzender der gemeinnützigen Organisation PCEI (Peoples Creative Empowerment International). Er baut auf die verbindende Kraft der Musik und ruft 2008 das Projekt „Valentine Fever“ ins Leben: An „unserem“ Valentinstag, dem 14. Februar, findet seit 2009 in der Stadt Abuja jährlich eine Veranstaltung statt, bei der nigerianische Jugendliche zu Musik, Tanz, Unterhaltung und Diskussionen zusammenkommen. Alles dreht sich dabei rund um das Thema Sexualität.

Heraus kam, dass sich die Teilnehmer viel intensiver mit diesem Thema auseinandersetzen, als es mit konventionellen Aufklärungsversuchen der Fall ist. „Wenn die Jugendlichen aktiv in die Planung und Umsetzung von Aktivitäten gegen AIDS eingebunden werden, sind sie am meisten in der Lage, die Gefahren zu erkennen – und das positive Verhalten an ihre Gleichaltrigen weiterzugeben“, so Pater Tobe. Jeder einzelne Teilnehmer ist hoch sensibilisiert und stellt einen Multiplikator dar, der die Bevölkerung vor der Ansteckungsgefahr warnen kann.

Die Förderung des Projektes durch die Redel Stiftung beläuft sich derzeit (Stand 01.2012) auf insgesamt 150.000 €.