Kamerun: Unterstützung von vertriebenen Frauen und Mädchen

Von den Anschlägen der nigerianischen Terrorgruppe „Boko Haram“ ist auch der äußerste Norden des Landes Kamerun stark mitbetroffen. 360.000 Menschen sind dort auf der Flucht, 220.000 sind intern Vertriebene. Sie flohen aus den Grenzgebieten zu Nigeria nach Osten, um möglichst weit weg von den Angriffen zu sein. Doch sind die Infrastrukturen dort durch den Zuzug der vielen Vertriebenen überlastet und es kommt zu Spannungen mit der lokalen Bevölkerung.

Fotos: Caritas international

Von der Krise am meisten betroffen sind Frauen und Mädchen. Viele wurden Opfer sexueller Gewalt durch Boko Haram. Sie wurden zum Teil als Geiseln gehalten und indoktriniert, um sich als Selbstmordattentäterinnen auf belebten Plätzen in die Luft zu sprengen. Es verwundert nicht, dass der Größte Teil der Frauen und Mädchen stark traumatisiert sind. Caritas international arbeitet eng mit der Partner-Organisation ALDEPA (Action Locale pour un Développment Participatif et Autogéré) zusammen, um diese Gewaltopfer psychisch zu stabilisieren und sie dabei zu unterstützen, wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen.

Im Projekt wurde zunächst eine Studie über die Situation der Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt und Traumatisierungen infolge der Boko-Haram-Krise geworden sind, erstellt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Menschen in der Region werden so sensibilisiert dafür, diese Opfer zu reintegrieren und effektive Vorbeugung zu leisten. Frauen werden dabei auch auf ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht.

7.000 betroffene Frauen (darunter 2.000 Flüchtlinge, 4.000 Binnenvertriebene und 1.000 aus der aufnehmenden Gastbevölkerung) werden u.a. durch psychosoziale Begleitung, Therapieangebote und das Angebot freiwilliger HIV-Tests unterstützt. 120 betroffenen Frauen wird ermöglicht, sich durch Einkommen schaffende Maßnahmen selbständig zu machen. 300 Mädchen und Frauen erhalten dabei Hilfe, in ihre Schule oder vorherige Arbeitsstelle zurückzukehren. Die Redel Stiftung fördert diese Maßnahmen  mit 140.000 Euro.